Zeit Geschehen

Die Kluft zwischen dem staatlich verordneten bzw. erwarteten Denken und dem realen Alltagsbewusstsein wird immer größer

Das war schon in der DDR so. Die Eliten waren überzeugt, mit dem „Sieger der Geschichte“, der „großen Sowjetunion“, verbunden zu sein, und die normalen Leute ächzten, dass sie keinen Klempner kriegten und zehn Jahre auf ein Auto warten mussten.

Heute ist es ganz ähnlich: Die Eliten der BRD waren bis vor kurzem noch überzeugt, mit dem „Sieger der Geschichte“, den großen USA, verbunden zu sein, und die normalen Leute ächzen, dass sie sich nach dem Dunkel-Werden nicht mehr auf die Straße trauen, weil die Kriminalität überhand nimmt und weil, statistisch gesehen, die Inflation gar nicht der Rede wert sei, denn die Reallöhne würden schneller steigen als die Preise.… Weiterlesen

Die Gesellschaft, die sich selbst überholt und dabei ist, sich zu verlieren

Einmal im Urlaub ist mir Folgendes passiert: Ich höre das leise Geräusch eines entfernten Düsenflugzeugs. (Solche leisen Geräusche liebe ich, ebenso wie das sanfte Säuseln der Blätter im Wind.) Ich mustere den gesamten Himmel, entdecke aber kein Flugzeug.

Dann sehe ich ganz weit vorn am Rand meines Blickfeldes einen kleinen silbernen Punkt.… Weiterlesen

Zwischen den Enkeln: Heiliges Römisches Reich „Europäischer“ Nation

Ich setze die Enkelbriefe fort. Zwischendurch muss ich erst einmal Folgendes loswerden:

Vor ein paar Tagen habe ich einen Fernsehbericht über die Abschiedsfeiern deutscher Junggesellen gesehen. Ich glaube, auf MDR.

Prag ist ein sehr beliebter Ort dafür. Dort ist den Feiernden viel mehr erlaubt als in Deutschland: Sehr wild und sehr offen.… Weiterlesen

Vom Ahnenkult bin ich geheilt

Der nächste Brief an einen Enkel, den ich schreiben werde, gilt meinem Stiefenkel Moritz. Er ist nicht von meinem Blut und ich fühle mich ihm trotzdem – nach Hans – am engsten verbunden.

Dieser Umstand hat mich darauf gebracht, meine gläubige Begeisterung für die Erforschung meiner väterlichen Vorfahren kritisch zu hinterfragen.… Weiterlesen

Die Welle rollt back: Es gibt keine „Rucksacktouristen“ mehr, nur noch „Backpacker“

Der „Rucksack“ hatte es in mehrere europäische Sprachen geschafft, jetzt wird er sogar aus seiner eigenen Sprachheimat verdrängt.

Es geht ja auch einigen anderen Worten so wie „Kindergarten“ oder „Blitz“. Letzterer, ins Englische ausgewandert, kommt nun als „Flash“ zurück. Beim „Kindergarten“ wird es auch nicht mehr lange dauern und er erscheint im Deutschen nunmehro als „Childrencenter“ oder als „Childrenstation“.… Weiterlesen

Der Großvater (4) und die Suche nach einem Zuhause

Morgen – der Entwurf dieses in mehreren Etappen geschriebenen Beitrags ist allerdings schon älter – fahre ich zu einer Weiterbildung in einem Hotel mit einer Übernachtung. Das sind nette Menschen, angekommen bin ich trotzdem nicht. Wenn die zwei, drei, die ich besser kenne und mit denen ich halbwegs vertraut bin, nicht da sind, fühle ich mich schlecht.Weiterlesen