Gestern habe ich einen Film im Leipziger Passage-Kino gesehen: La Grazia.
Das bedeutet sowohl „Gnade“ als auch „Grazie“ bzw. „Anmut“. Die Grazie, die elegante Schönheit des Lebens, beginnt damit, dass der Präsident der italienischen Republik, um den es im Film geht, zum Himmel aufsieht, zu grün-weiß-roten Streifen, die eine Staffel der italienischen Luftwaffe in die Luft „malt“.
Ich stelle mir vor, wie das in Deutschland wäre: Der Bundespräsident schaut hoch zu schwarz-rot-goldenen Streifen im Himmel. Das ist undenkbar. Zu lange wurden diese Farben der ersten deutschen Demokratie von den heutigen Eliten verächtlich gemacht. Erscheint jemand mit dieser Flagge, wird der Verfassungsschutz aktiv. Mit den Flaggen aller anderen Nationen gibt es kein Problem, nur mit dieser, der eigenen.
Der alte Bundeskanzler, Herr Scholz, der alle seine Entscheidungen vom USA-Papa abhängig machte, hätte eher unter den US-amerikanischen Farben gestanden als unter deutschen. Herr Merz stellt sich lieber unter die EU, die entscheidet, ob wir unsere eigenen Industrien mit unserem eigenem Geld retten dürfen, als vor seine eigene Nation.
Wenn die „guten Menschen“ in Deutschland, also die linken, eine Demonstration abhalten, wird man vergeblich nach Schwarz-Rot-Gold suchen. Diese Farben haben sie bereitwillig den „Rechten“ überlassen.
Und dann wundern wir uns, dass es zu wenige Freiwillige für die Bundeswehr gibt. Wofür sollen sie auch kämpfen? Für ein Deutschland, dessen Symbole die eigenen Eliten verächtlich machen? Nein! Dann lieber für die NATO, deren führende Nation völkerrechtswidrige Kriege vom Zaun bricht, oder für die EU, die so lange brauchte, bis sie Hilfen des deutschen Staates für die eigene Solarindustrie genehmigte, bis diese endgültig pleite gegangen war? Und die die Kernenergie forciert, was ich ja richtig finde.
Dafür lohnt es sich doch für die Jugend einer Nation ihr Leben zu riskieren. Oder nicht? Das jahrzehntelang Verächtlich-Machen der eigenen Nation und ihrer Symbole rächt sich. Jetzt fällt es den guten deutschen Demokraten auf die Füße.
Der Film war gut. Er hat mir gefallen. Mittendrin singt der italienische Präsident mit Inbrunst ein Lied über den Mut und die Tapferkeit der italienischen Alpini – eine Gebirgsjägereinheit der italienischen Armee -, besonders während des Ersten Weltkrieges. Diesen, mit dem das ganze schreckliche Elend des vorigen Jahrhunderts begann, hat Deutschland nicht mehr begonnen als die anderen großen Nationen in Europa auch. Ich habe schon mehrfach darauf verwiesen (bitte Suchfunktion nutzen), aber die „guten Deutschen“ wollen sich ihren Stolz auf die besondere deutsche Schuld nicht nehmen lassen.
Können Sie sich einen deutschen Bundespräsidenten vorstellen, der mit Inbrust ein Lied über den Heldenmut einer Einheit der kaiserlichen deutschen Armee schmettert?
Ich auch nicht. Menschen ohne Gemeinschaftsgefühl sind verloren. Es betrifft die eigene Familie, die eigenen Freunde, Arbeitskollegen, Sportskameraden und die eigenen Landsleute.
