Ich habe die Lösung für unsere Bildungsprobleme, einfach und kostengünstig…

… und keinen interessiert es? (Vielleicht kann ich mal durch einen Kommentar erfahren, dass ich doch ein, zwei Leser habe.) Die Lösung ist meiner Meinung nach der Mut zur Ab- und Hochstufung, zu Schulen mit nach unten und oben offenen Hierarchien. 

Das Leben besteht aus Stufen. Hermann Hesse hat dazu ein schönes Gedicht geschrieben:

„Der Weltgeist will nicht fesseln uns und

engen.

Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.

Wohlann denn, Herz, nimm Abschied und

gesunde!“

Diese abgestuften Schulen einzurichten, müsste man allerdings mit einer ganzen Reihe von Lebenslügen der politischen Schickeria in Deutschland aufräumen, eine ganze Herde heiliger Kühe wäre vom Eis zu holen und zu schlachten. Dafür geht es uns offensichtlich noch nicht schlecht genug.

Aber rein gedanklich lässt sich ja schon einmal vorgreifen. Die erste heilige Kuh, die mich zitternd und schnaubend auf dünnem Eis erwartet, ist die Überzeugung davon, dass Erziehung furchtbar schwierig und kompliziert sei, dass sie nur dann gut sei, wenn sie viel Geld kostet.

Ich hatte diese Idee schon einmal und finde die Möglichkeit der Verlinkung und Vernetzung von Gedanken zwischen den Texten auf so einer Webseite sehr hilfreich. Gedanken vertiefen sich nur durch ihre Vernetzung, und es ist ganz wichtig, Gesagtes und Geschriebenes nicht einfach im großen Orkus des Gedachten und Gesagten zu entsorgen, sondern immer wieder hervorzuholen, wenn es passt.

Dadurch reichert sich Geistiges gegenseitig an. Das wäre wie bei einem guten Lehrer, der nach der Devise „Die Wieder-Holung ist die Mutter der Weisheit“ nicht einfach Gelehrtes von Zeit zu Zeit wiederholt, aus der Vergangenheit wieder herholt, sondern das dann mit seinen Schülern tut, wenn sich ein Zusammenhang zwischen diesem Alten und etwas neu zu Vermittelndem ergibt bzw. auftut.

Der Gedanke, den ich meine, ist der folgende: „Erziehung ist einfach.“ Ich hatte ihn im 5. Teil der Reihe „Mein Weg ins Leben“ entwickelt, in der ich die Schule meiner Träume nun doch noch, wenigstens in der aufgeschriebenen Phantasie gründen will. (Ich werde sie fortsetzen. Aber ein alter Mann ist kein D-Zug; er braucht viel Zeit, und immer wieder kommt etwas dazwischen, das mich auf aktuellere Weise bewegt, etwas zu schreiben, so wie auch jetzt dieser Beitrag über die hierarchische Stufung der Schulen als Weg aus der deutschen Bildungsmisere.)

Eine zweite Kuh steht auf dem Eis und glotzt mich dumm an. Ich komme näher und sie macht laut und empört: „muu-uhu“. Ich packe sie bei den Hörnern und will sie vom Teich zerren. Da bricht sie ein. Sie steht nun halb im Wasser, und muht noch empörter. Ich habe Lust, sie zurück zu stoßen, aber der Teich wird nicht viel tiefer. Also helfe ich ihr heraus. Ihr eigener Überlebenswille trägt dazu bei, dass das gelingt. Nun ist sie wenigstens vom Eis, aber noch auf der deutschen Welt. Wie heißt diese heilige Kuh überhaupt?

„Keiner darf benachteiligt werden, die Folge ist vom Verhalten zu trennen. Egal, was ein Kind oder Jugendlicher macht, es darf ihm danach und dadurch nicht schlechter gehen als zuvor.“ Das ist gut gemeint auf jeden Fall, aber wer schon ein bisschen länger auf der Welt ist und über das Leben nachgedacht hat, kennt diese vielzitierte Weisheit: „Gut gemeint“ ist nicht das Gegenteil von „schlecht gemacht“, sondern seine Fortsetzung in genau der gleichen Handlungs- und Gedankenfrequenz.

Vielleicht habe ich ADHS oder Autismus. Ich lese gerade, dass diese Menschen leicht auf andere Gedanken – am Rand sozusagen – kommen, die gar nicht angesagt sind. Mein unheiliger Gedanke ist, es im übertragenen Sinne so zu machen wie in der Volksschule des Kaiserreichs: Die guten Schüler, die sich anstrengten und damit auch noch Erfolg hatten, saßen vorn in der ersten Bankreihe, die schlechtesten ganz hinten. Und das konnte sich pro Fach und Tag ändern; das war ein offenes System, und die Schüler und Lehrer spürten sehr anschaulich, sozusagen körpersprachlich, wo sie bezüglich ihrer Leistungen gerade standen (bzw. saßen).

Ich würde das modifizieren: Das wichtigste Kriterium wäre für mich nicht die erreichte Leistung, sondern die Leistungs- und Anstrengungsbereitschaft.

„Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen.“ (Das verkünden drei Engel am Schluss von Faust II. Goethe zieht damit das Resümee aus seinem gesamten Faust.) Eine, wenn nicht die Quintessenz eines Werkes der Weltliteratur (Faust I und II), lautet also: Nicht der Erfolg ist das Entscheidende, sondern das ernsthafte und ausdauernde Bemühen darum. Wenn das schon für das ganze Leben gilt, dann trifft es erst recht für das Lernen in der Schule zu.

Wer das tut, dem ist auch zu helfen; er kann dann die Hilfe seiner Mitschüler und seiner Lehrer annehmen, weil er offen und bereit ist dafür, nicht gelangweilt übersättigt, wie das heutige Prinzen- und Paschaschüler oft sind: Macht was! Mir ist immer noch langweilig! Strengt Euch mehr an, bietet mir was Neues, was Spannendes und Interessantes, damit ich genauso faul bleiben kann, wie ich es schon immer war und geblieben bin.

Wer wegen seiner mangelnden Leistungsbereitschaft dauerhaft ganz hinten sitzt, rückt irgendwann aus dem Klassenraum heraus, wird, sagen wir, jeweils nach einem Schulhalbjahr, in eine Schule niederen Grades zurückgestuft bzw., wenn er dauerhaft vorn sitzt, in eine Schule höheren Grades hochgestuft bzw. vorfristig in die nächste Klassenstufe versetzt.

Das ist eine Metapher für das Leben, die Schule sozusagen als die „kleine Welt“, die die große modellhaft abbildet: Leistung lohnt sich – in gesunden, undekadenten – Gesellschaften; sie führt dazu, dass ich weiterkomme auf meinem Lebensweg, dass es mir besser geht. Faulheit, eine mangelnde Bereitschaft, sich anzustrengen, führt zu Nachteilen und Unbequemlichkeiten. Das ist jedenfalls die Logik des normalen Lebens, wie sie Tausende Jahre galt und in den prosperierenden Teilen unserer heutigen Welt immer noch gilt.

Sie wurde allerdings in der BRD, spätestens seit den Zeiten von Frau Merkel, auf den Kopf gestellt: Die Fleißigen sind die Dummen. Wenn sie mehr schaffen, müssen sie noch mehr abgeben, obwohl sie schon vorher (fast) die höchsten Steuern weltweit zu zahlen hatten, damit Deutschland das Geld seiner Steuerzahler weiter mit vollen Händen in der Welt ausgeben kann und zum Beispiel Radwege in Peru finanziert oder die Infrastruktur in China – in einem Land, das uns technologisch inzwischen überholt hat. /1/

Die Faulen, die sich nicht ernsthaft und ausdauernd bemühen und die in Deutschland ausgestiegen sind aus dem Leistungssystem, sind die Gewinner: Sie werden vollversorgt, leben mit ein bisschen Schwarzarbeit ruhig und friedlich, brennen nicht aus und müssen nicht einmal mehr eine Steuererklärung machen. Oder sie arbeiten mehr schwarz, dann leben sie zwar nicht mehr so ruhig, aber auf jeden Fall besser als die dummen Fleißigen.

Die Stufung der Schulen – sie sollte bei den weiterführenden, also ab der 5. Klasse beginnen – könnte wie bei der Deutschen Reichsbahn in früheren Zeiten aus drei Klassen bestehen. Je niedriger die Klasse, desto unluxuriöser müsste so eine Schule sein. In den Schulen der 3. „Holzklasse“ sollten praktische Arbeiten zum Beispiel landwirtschaftlicher Art überwiegen und Ausdauerübungen verschiedenster Art, auch sportlicher. Bei den Schülern, die sich verweigern und schwänzen, könnten ja einmal die geltenden Gesetze angewandt werden und die hohen Geldstrafen, die heute schon für die Missachtung der Schulpflicht gelten – sozusagen spaßeshalber, weil das ja nicht der übliche Stil der Bundesregierung ist, etwas Beschlossenes tatsächlich umzusetzen – doch mal verhangen und tatsächlich eingetrieben werden. Betroffene könnten sich dann ja bei der Antidiskriminierungsbeauftragten beschweren.

Wenn der deutsche Staat, der allein schon beim Gedanken daran ähnlich wie meine heiligen Kühe das große Zittern bekommt, tatsächlich einmal die eigenen Gesetze und Regeln durchsetzen würde, gäbe es ein großes Staunen und Wundern und Gezeter von den Betroffenen, die laut 100 Gründe anführen würden, warum es ihnen gar nicht zuzumuten ist, dafür zu sorgen, dass die eigenen Kinder in die Schule gehen. Wie Schreckliches passiert doch und das vom Jugendamt geschickte und dem deutschen Steuerzahler bezahlte Auto kam nicht rechtzeitig! Skandal! Und keiner hat meinem Kind die Schnitten geschmiert! Soll ich das etwa auch noch selbst machen?! Diskriminierung!

Viel einfacher ist es, die eigenen Rentner, die ihre Klappe nicht so weit aufreißen, in die Pflicht zu nehmen. Mein Bruder und ich mussten doch tatsächlich Steuern für unsere verstorbene Mutter nachzahlen mit allen Zinsen und Versäumniszuschlägen, die von ihr zu ihren Lebzeiten gar nicht verlangt wurden. In diesem Land wird erwartet, dass Leute, die selbst schon Rentner sind, ahnungsvoll in Betracht ziehen, dass das Finanzamt Steuern von ihren uralten Eltern gehabt haben können wollte. Da wird eine gute Beziehung unterstellt, obwohl doch sonst in diesem Land jeder Seins macht und das Reden über Geld tabu ist. Da wird kein Pardon gegeben. Das wird gnadenlos durchgezogen. Gibt es die Sippenhaft in Deutschland doch wieder, diesmal sogar noch über den Tod hinaus?

Aber Eltern, die in Deutschland ihre Kinder zum Klauen anstatt in die Schule schicken, haben nichts zu befürchten, denn die Kinder sind ja noch strafunmündig, und ihre Eltern finden immer einen Grund, warum die Kinder nicht zur Schule kommen. Vielleicht haben sie ADHS oder ASS? Das können auch Erwachsene haben. Das hätte ich mal dem Finanzamt sagen sollen: Ich habe ADHS, ich schaffe es gerade mal, meine eigenen Angelegenheiten zu regeln, aber nicht auch noch die von meinen verstorbenen Eltern und Urgroßeltern.

Der einfachste Weg, Recht und Ordnung bei den Schulschwänzern durchzusetzen, wäre, das Kindergeld und den Kinderzuschlag so lange auszusetzen, bis die Strafe bezahlt ist. Wenn da ein Wille wäre, tatsächlich für Ordnung in den Schulen zu sorgen, könnte man das machen. Aber diese Wille ist nicht da.

Im warmen, sauberen Klassenraum zu sitzen und lernen zu dürfen, findet in dieser 3.-Klassen-Stufe nur für die Schüler statt, die sich bei den praktischen Aufgaben bewährt haben, die Anstrengendes und Schmutziges gut bis zu Ende erledigt haben, zum Beispiel einen Kuh- oder Schweinestall auszumisten oder ein Stück Gartenfläche kultiviert zu haben, von Gestrüpp, Sträuchern, Disteln und Unkraut zu befreien, umzugraben und Blumen oder andere Nutzgewächse neu anzupflanzen.

Abgerechnet wird nicht nach der gebrauchten Zeit in der Art, nach vier Stunden anstrengender Gartenarbeit dürft ihr nun 2 Stunden Unterricht haben, sondern nach den erreichten praktischen Ergebnissen. Erst wenn ein vorher verabredetes Teilziel erreicht wurde – zum Beispiel: auf einer bestimmten Fläche wurde alle die Sträucher gerodet, die dort nicht bleiben sollen – , wird die Erlaubnis zum Lernen im Klassenraum erteilt. Das heißt dann aber auch, dass die Schüler gegebenenfalls auch schon früher wieder in den Klassenraum dürfen. Wollen wir wetten, dass diese Jungs und Mädchen den Unterricht nach einer solchen Praxis wieder zu schätzen wissen und froh sein werden, lernen zu dürfen? Das ist die Grundfrage der Erziehung:

Wer ist in der Offensive, wer hat das Sagen? Dann und nur dann können Halbwüchsige eine positive und freundliche Zuwendung zu ihnen ernst nehmen und innerlich für ihr Persönlichkeitswachstum nutzen und verarbeiten. Umgedreht gilt das genauso: Führung und Macht wirken sich bei Kindern und Jugendlichen nur dann positiv aus, wenn sie mit Sympathie verbunden sind und einem Wohlwollen, das auch einmal Ausnahmen zulassen kann, wenn die Regel ansonsten gilt.

Die Verhältnisse beginnen sich wieder langsam vom Kopf auf die Füße umzudrehen: Es ist eine große Ehre, lernen zu dürfen. Die Jungen müssen dafür den Erwachsenen, die mit ihrer Arbeit die Voraussetzungen dafür geschaffen haben, dankbar sein, ihnen die Ehre erweisen und das tun, was sie praktisch mit ihrer körperlichen Arbeit auch schon als Schulkinder und Jugendliche dazu beitragen können, dass das Leben „funktioniert“, dass sie in einem warmen, beleuchteten Zimmer sitzen können, über Strom verfügen, wenn sie ihn zum Lernen brauchen, und dass vor Ihnen ein Erwachsener steht, der von anderen Arbeiten für das gesellschaftliche Leben freigestellt ist, und nichts anderes zu tun hat, als die Schüler seiner Klasse zu unterrichten.

Dafür dass das möglich ist, müssen wieder andere Erwachsene arbeiten, Waren herstellen, die Strom-, Wasser- und Wärmerzeugung gewährleisten, Kranke und Alte versorgen, als Polizisten, Feuerwehrmänner und Soldaten die Sicherheit gewährleisten.

Ich bin gar nicht der, der glaubt, mit Zwang alles durchsetzen zu können. Ich bin auch bereit, Kindern und Eltern Auswege zu lassen, so dass sie selbst die Erfahrungen sammeln können, die ihnen im Leben weiterhelfen. Ich bin für einen

 

Wettbewerb der Erziehungs- und Bildungskonzepte auf einem „freien Markt der Schulen“:

Eltern und Schüler, die sich mit Grausen von so einem System gestufter öffentlicher Schulen abwenden, würde ich einen Bildungsgutschein anbieten, wie das etwa in Schweden gehandhabt wird. Vielleicht 15.000 Euro pro Schulhalbjahr. Und jetzt können sie ihr Kind in einer Privat-Schule ihrer Wahl anmelden. Sie können sich die Erziehungs- und Bildungsphilosophie vorher angucken. Suchen sie eine Schule „auf Augenhöhe“, wo sich Schüler und Lehrer duzen, wo es keinen festen Stundenplan gibt, wo konsequent gegendert wird und es keine Strafen gibt, dann nehmen sie diese. Sie werden ja sehen und erleben, wie viel ihre Kinder dort lernen.

Ihr Kind tritt um sich und ist gewalttätig gegenüber anderen? Es hat Autismus oder ADHS und darf deswegen auf keinen Fall dafür bestraft werden. Davon sind nicht wenige Eltern solcher Kinder überzeugt. Es ist jetzt interessant zu sehen, wie lange diese Überzeugung anhält, wenn ihr Kind von anderen gewalttätigen Schülern selbst drangsaliert wird, die angeblich auch nichts „dafür können“. Die einfache Logik des Lebens wird solchen pädagogischen Unsinn beenden. Und die Eltern werden sich für das nächste Schulhalbjahr auf dem Bildungsmarkt nach einer Schule umsehen, die Halt in sicheren Strukturen gibt und bereit und fähig ist, Ordnung durchzusetzen.

Dieser „freie Markt“ der Erziehungs- und Bildungskonzepte funktioniert jetzt schon international: Die führenden asiatischen Volkswirtschaften hängen den dekadenten Westen mehr und mehr ab. Das zeigen die PISA-Leistungsvergleiche. Sie sollen von den „guten Demokraten“ ignoriert werden, höre ich jetzt immer wieder in Kommentaren, wie zum Ende der DDR alle Statistiken für unwichtig gehalten wurden, die nicht in den Denkkram der guten DDR-Kommunisten passten.

Wahrscheinlich wäre es gut, einen solchen Wettbewerb der Erziehungs- und Bildungskonzepte auch auf die öffentlichen Schulen auszuweiten. Auch für diese könnten die Bildungsgutscheine vergeben werden. Der „freie Markt“ ist wohl immer noch – bzw. mehr denn je – den EU- und Bildungsbürokraten, den „Gutmenschen von Beruf“ überlegen. Er wird es richten. Er braucht aber klare, ebenso weite wie feste Rahmenbedingungen.

 

Fußnoten

/1/ Achten Sie einmal darauf, wo Frau Gärtnerbock – oder so ähnlich hieß sie doch – , Herr Scholz und andere Mitglieder der Bundesregierung ununterbrochen Hunderte Millionen deutsches Steuergeld in der Welt verteilen. Bei uns verrotten derweil die Brücken, die Krankenhäuser und die Schulen, und es ist leider nicht möglich, das Pflegegeld entsprechend der Kosten zu erhöhen. Aber jeder ist seines Glückes Schmied. Offenbar hatte eine Mehrheit der deutschen Bürger diese Leute einmal gewählt.

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